Lesetipp: „Deins ist Meins“

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Lesetipp: „Deins ist Meins“

«Deins ist meins» Tom Slee über die Sharing Economy

 

Am Anfang stand eine einleuchtende Idee: Warum muss jeder alles kaufen, wenn er es nur zeitweise braucht? Die Sharing Economy war geboren. Leider hat sich der Fokus in den letzten Jahren sehr auf die Seite der «economy» verschoben und «sharing» ist nur noch wichtig, wenn es mir nützt. Tom Slee wirft in seinem Buch einen kritischen Blick auf diese Verschiebung und geht hart mit AirBnB, Uber, ed.al. ins Gericht. Nicht ganz zu Unrecht, wie ich finde.

Teilen ist eine Grundhaltung des Menschen. Wir teilen schon als Kind und wenn wir das nicht tun, werden wir von unseren Eltern dazu angehalten. Eine gute Sache also? Ja, auf jeden Fall. Wir sollten mehr teilen: mehr Wissen, mehr Empathie, mehr Menschlichkeit. Denn die Bedeutung von Teilen ist «Anteil nehmen» oder «jedem seinen Teil geben». Und genau das setzt Tom Slee an.

In seinem Buch beschreibt er anhand ganz konkreter Beispiele, wie die gute Idee des Teilens von bekannten Unternehmen pervertiert wird. Sehr anschaulich beschreibt er die Situation von Uber-Fahrern, von gekündigten Mietern, von freiarbeitenden Reinigungskräften und schnell wird klar: In diesem System gibt es massive Verlierer. Es hat sich ein deregulierter Markt entwickelt, der Bereiche unseres Lebens tangiert, die bisher noch nicht ökonomisiert waren. Die Sharing Economy trat mit dem Versprechen an Konsumenten zu schützen, Arbeitsverhältnisse fair und anständig auszugestalten und urbane Lebensräume lebenswert und nachhaltig zu machen. Kurz: sie wollten unser Vertrauen. Es scheint so, wenigstens nach dieser Lektüre, dass dieses Vertrauen missbraucht wird.

Für mich ein spannendes Buch, das Einsichten gibt und zum Denken anregt. Zu beziehen im Buchhandel oder direkt beim Verlag

2018-06-08T14:18:37+00:00

About the Author:

Mit ihrem breiten Erfahrungshintergrund unterstützt sie Unternehmen in der digitalen Transformation und der Wissensarbeit, coacht Wissenstransfers und begleitet Kulturveränderungen. Sie liebt die Berge und das Meer.