Wissenstransfer in der Unternehmensnachfolge

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Wissenstransfer in der Unternehmensnachfolge

Wissenstransfer in der Unternehmensnachfolge

Die Übergabe eines Unternehmens ist ein komplexer Prozess, der je nach Konstellation ganz unterschiedliche Anforderungen an alle Beteiligten inkl. Berater stellt. Natürlich stehen einem Nachfolger alle Geschäftsdokumente in Papier und digital zur Verfügung und kann von ihm eingesehen und genutzt werden. Nur: Was nützen die ganzen Informationen, wenn sie nicht in den richtigen Zusammenhang gebracht werden können. Denn nicht alles Wissen kann in ERP-Systemen und Wikis festgehalten werden.
Was muss der Nachfolger wirklich wissen?

Bei «Wissenstransfer» denken die meisten an den Transfer zwischen Hochschulen und Unternehmen, zwischen Forschung und Praxis. Dies ist hier aber nicht gemeint, sondern der Wissenstransfer älterer Unternehmer auf deren Nachfolger. In Zeiten von Content-Management-Systemen und Computerwissen rückt dieser oft in den Hintergrund. Wir vernachlässigen das Wissen derer, die in Rente gehen. Dabei ist gerade dieser Wissenstransfer extrem wichtig. Da geht es nicht so sehr um das «Was», sondern um das «Wie».

Der Übergabeprozess

Von allen Beteiligten, vor allem aber vom Nachfolger und Senior-Unternehmer, wird ein hohes Maß an Offenheit, Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit verlangt. Dies gilt auch für denjenigen, der ein Unternehmen ohne Übergangsphase mit der Senior-Unternehmerin oder dem Senior-Unternehmer übernimmt. Beide Seiten sollten klären, wie sie den Übertragungsprozess gestalten wollen und das Unternehmen genau kennenlernen. Dieser Wissenstransfer kann die unterschiedlichsten Formen haben. Am beliebtesten ist sicher das regelmäßige Gespräch, möglichst direkt am entsprechenden Geschäftsprozess angelehnt. Diese Gespräche verlangen ein hohes Maß an Empathie und Verständnis für das Gegenüber und ein stetiges Bewusstsein für die eigene Rolle. Kennen sich der übergebende Unternehmer und der Nachfolger schon länger, können sie sich gegenseitig vielleicht besser ein- und wertschätzen. Doch auch hier können Konflikte aufgrund unterschiedlicher Interessenlagen auftreten.

Konflikte erkennen und klären

Es ist keine leichte Aufgabe ist, die verschiedenen Erfahrungen und Temperamente unter einen Hut zu bekommen. Bedürfnisse und Wünsche bleiben unausgesprochen, weil man niemanden verletzten will. Der Gesprächspartner nimmt sie als diffuse Erwartungen wahr: die Kommunikation wird belastet. Deswegen gilt es, sich hinsichtlich der eigenen Interessen bewusst zu werden und diese klar zu kommunizieren.

Im Idealfall verläuft die Kommunikation verläuft reibungslos. Zwischen den Gesprächspartnern herrscht Vertrauen. Ein Klima der Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung prägt den Austausch, in dem produktiv und zielstrebig an den Sachinhalten gearbeitet werden kann. Im «richtigen Leben» kommt dieser Idealzustand allerdings nicht häufig vor. Im Gegenteil: Konflikte gehören in jeder Beziehung dazu – ob zwischen Nachfolger und übergebendem Unternehmer, dem bisherigen Unternehmer und seiner Familie, der Familie und dem Nachfolger usw. Meist brodelt es dabei unter der Oberfläche, bis die Situation schließlich eskaliert und die Kommunikation erschwert wird oder nicht mehr möglich ist. Hier sollten alle Beteiligten in ihrem eigenen Interesse, aber vor allem auch im Interesse des Unternehmens und der Arbeitsplätze vorbeugen und erkennen, dass Kommunikation kein Selbstläufer ist, sondern aktiv gestaltet wird – von allen Beteiligten. Da helfen auch Ignorieren oder «Schönreden» nicht weiter.

Jeder Konflikt ist eine Herausforderung, die gemeistert werden kann, vorausgesetzt jeder Beteiligte hat die Bereitschaft, seinen eigenen Anteil am Konflikt zu sehen und an der Lösung zu arbeiten.

Mit Wissenstransfer zum Erfolg

Der strukturierte und begleitete Wissenstransfer hilft bei der Unternehmensnachfolge gleich auf mehreren Ebenen. Zum einen wird eine Übersicht über die Prozesse und Projekte geschaffen. Diese Helikoptersicht hilft dem Nachfolger, sich vom Großen ins Kleine einzuarbeiten und auf seinem Vorwissen aufzubauen. Er sieht wie auf einem Schaltplan, wo welche Nervenstränge des Unternehmens durchlaufen, welche Stakeholder zu berücksichtigen sind, welches die wichtigsten Kunden und Lieferanten sind und was ihre Erwartungshaltungen sind.

Diese Wissenslandkarte dient dem Nachfolger dazu, die für ihn wichtigen Themenbereiche zu identifizieren und sich dort in einen vertieften Austausch mit dem übergebenden Unternehmer zu begeben. Jetzt können die richtigen Fragen gestellt werden, die das Erfahrungs- und Handlungswissens des Vorgängers adressieren. So entsteht eine steilere Lernkurve und der Nachfolger erlangt die Sicherheit und das Wissen, die es ihm erlauben, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Doch auch bei der Kommunikation hilft der begleitete Wissenstransfer. Wie oben erwähnt, gibt es die unterschiedlichsten Stolpersteine in der Kommunikation. Eine neutrale Begleitung kann hier helfen, Konflikte nicht eskalieren zu lassen, sondern mit gezielten Fragen die Stolpersteine zu adressieren und zu Lösungen anzuregen. Der Wissenstransfer-Coach hat nicht nur eine Ausbildung in der Anwendung des strukturierten Wissenstransfers, sondern auch eine anerkannte Coaching-Ausbildung. Diese und sein betriebswirtschaftliches Wissen befähigen sie oder ihn, die Kunden in der Entwicklung eigener Lösungen zu unterstützen.

Eine Investition in einen begleiteten Wissenstransfer hat viele Vorteile, die so individuell wahrgenommen werden wie dies jeder einzelne Transfer ist. Genau darin liegt das Geheimnis des Erfolgs: Methodik ist wichtig, aber am Ende unterstützt nur die individuelle Lösung den Erfolg des Einzelnen.

2018-05-23T13:01:52+00:00

About the Author:

Mit ihrem breiten Erfahrungshintergrund unterstützt sie Unternehmen in der digitalen Transformation und der Wissensarbeit, coacht Wissenstransfers und begleitet Kulturveränderungen. Sie liebt die Berge und das Meer.